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19.05.2016

Birdwatchers - Filmvorführung mit Expertengespräch

Weiße Großgrundbesitzer_innen im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul können sich ein komfortables Leben durch den Anbau von genveränderten Pflanzen und „Birdwatching” für Tourist_innen leisten. Das indigene Volk der Guarani-Kaiowá hingegen lebt unter erbärmlichen Bedingungen, vertrieben von dem Land, das einst ihnen gehörte.

Der Film BIRDWATCHERS erzählt die Geschichte einer Gemeinde der Guarani-Kaiowa, die auf ihr angestammtes Land zurückziehen. Sehr zum Missfallen eines Großgrundbesitzers, der mit allen Mitteln versucht, sie zu vertreiben. „Das ist unsere tekohà. Unsere Vorfahren wurden hier begraben. Wir bleiben hier.”

24.05.2016 um 18.30 Uhr
im Hörsaal des GWZ
(Geisteswissenschaftliches Zentrum),
Beethovenstraße 15

Mit seinen eindrucksvollen Bildern lädt der Film zum Gespräch ein, welches wir mit Hans-Willi Döpp von der „Kooperation Brasilien” (KoBra), dem deutschen Brasilien-Solidaritätsnetzwerk im Anschluss führen werden.

„Birdwatchers lässt einen zurück mit der Frage, was Freiheit bedeutet, wie viel Freiheit möglich ist in einer Welt, in der unvereinbare Rechte und Träume konkurrieren.”
Süddeutsche Zeitung

Mehr Infos zum Film und einen Trailer findet ihr hier: http://www.birdwatchers.pandorafilm.de/index.html. Die Veranstaltung findet im Rahmen des KOLLEKTIV-Festivals statt: http://stura.uni-leipzig.de/kollektiv/kollektiv.


Zum Hintergrund: Die etwa 60 Angehörigen der Guarani-Kaiowá Gemeinde Apika'i leben unter prekären Bedingungen im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Eingeschlossen von Viehfarmen, Soja- und Zuckerrohrfeldern, ist das Leben dort von großer ländlicher Armut, erbärmlichen Lebensbedingungen und sehr schlechter Gesundheitsversorgung geprägt. Der Zusammenbruch sozialer Strukturen geht für die Guarani-Kaiowá einher mit Gewalt, hohe Suizidraten und Unterernährung. In den 1970er Jahren begannen sie ihr angestammtes Land wieder zu besetzen, weil sie von dem nur schleppend vorangehenden Demarkierungsprozess enttäuscht waren. Seitdem sind sie Opfer von Einschüchterungen, Drohungen und gewaltsamen Räumungen durch Farmer und Unternehmen in der Region. Die Gemeinde Apika'i ist seit Herbst 2015 der Einzelfall der Amnesty-Hochschulgruppe Leipzig.