Amnesty International Hochschulgruppe Leipzig

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Stoppt Vergewaltigung – eine Liberianerin bei der Eröffnung des Frauenzentrums von medica mondiale in Fish Town. 2007 © Sybille Fezer/medica mondiale

Kriegsverbrechen an Frauen: Straflose Täter - Rechtlose Opfer?

Die Amnesty International Hochschulgruppe Leipzig veranstaltet zu diesem Thema einen Abend mit Film („Sturm“), einem Vortrag von Alexander Schwarz (Wiss. Mit. am Lehrstuhl für Völkerrecht, Universität Leipzig) und Diskussion.

15.01.2013, 19.30 Uhr
naTo Leipzig, Karl-Liebknecht-Straße 46

Eintritt: 5€ / 3€

Film „Sturm“ (2009, Hans-Christan Schmid)

Hannah Maynard ist Anklägerin am UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Sie ermittelt gegen Goran Duric, einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Volksarmee. Der Prozess kommt jedoch nicht von der Stelle - bis unerwartet eine neue Zeugin auftaucht, Mira, die Duric beschuldigt, Vergewaltigungen an bosnischen Frauen angeordnet zu haben. Sie selbst gehörte zu den Opfern. In die Verhandlung spielen zahlreiche Interessen hinein; eine dem Gerechtigkeitsempfinden entsprechende Urteilsfindung rückt in weite Ferne, was Hans-Christian Schmids Film in großer Komplexität nachzeichnet. Auf der Berlinale gewann STURM 2009 mehrere Preise, u.a. den Amnesty International Filmpreis. Hier geht es zur Website (mit Trailer): http://www.sturm-der-film.de/ Wir zeigen den Film in Kooperation mit der Cinémathèque Leipzig.

Vortrag und Diskussion

Im letzten Jahr feierte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag sein zehnjähriges Bestehen. Zeit, um angesichts stetig zunehmender Kriegsverbrechen an Frauen, Bilanz zu ziehen. Zwar lassen sich einerseits viele Erfolge bei der Verfolgung sexualisierter Kriegsgewalt durch internationale Strafgerichtshöfe ausmachen. Andererseits bleibt die juristische Verurteilung von Kriegsverbrechen an Frauen auf nationaler wie internationaler Ebene immer noch die Ausnahme. Was sind dafür die Gründe und wie lässt sich das Völkerstrafrecht fortentwickeln um der anhaltenden Straflosigkeit solcher Verbrechen effektiv entgegen zu treten? Der Vortrag beleuchtet anhand der bisherigen Verfahren des Internationalen Strafgerichtshofs und des UN-Sondergerichts von Sierra Leone die Bedingungen und Voraussetzungen von Völkerstrafrechtsprozessen im Umgang mit sexualisierter Kriegsgewalt. Es wird thematisiert, welche spezifischen Anforderungen sich insbesondere an die Verfahren und den Umgang mit Opfer-Zeuginnen stellen um den genderspezifischen Besonderheiten von Kriegsverbrechen an Frauen gerecht zu werden.

Referent: Alexander Schwarz (Jurist, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Völkerrecht, Universität Leipzig, Doktorand am Lehrstuhl für Völkerstrafrecht Universität Göttingen)