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Wir bei einem Stand vor der Mensa am Park

Rückblick auf das Sommersemester 2012

In wenigen Wochen ist das Sommersemester schon wieder vorbei und die meisten Studierenden können bereits ihren wohlverdienten Urlaub genießen. Wir von der Amnesty-Hochschulgruppe nutzen die Pause nun erst mal für einen Rückblick auf das (fast) vergangene Semester. Hier der Überblick:

  • Stände für politische Gefangene in Myanmar und zum ATT
  • Filmvorführung und Podiumsdiskussion zur ISW
  • Amnesty-Jahresversammlung
  • Veranstaltung zum ATT auf dem Campusfest
  • Badewannenrennen
  • Veranstaltung zu den Dongria Kondh

Stände & Petitionen

Es begann für uns mit einem Stand für politische Gefangene in Myanmar, den wir am 2. Mai gemeinsam mit der Stadtgruppe von Amnesty International vor der Mensa am Park organisierten. Über Hundert Studierende unterschrieben unsere Petition für die Freilassung der gewaltlosen politischen Gefangenen Ko Aye Aung und Khun Kawrio. Mit einem weiteren Stand beteiligten wir uns kurz darauf am Connewitzer Straßenfest, diesmal zum Thema „Arms Trade Treaty“, dem internationalen Waffenhandelskontrallvertrag. Leider sind die Verhandlungen der UNO über einen derartigen Vertrag im Juli gescheitert, aber wir werden das Thema trotzdem weiter verfolgen und euch über die weitere Entwicklung informieren.

Der Arabische Frühling auf der Internationalen Studentischen Woche

Am 25. Mai gestalteten wir im Rahmen der Internationalen Studentischen Woche einen Filmabend mitsamt Podiumsdiskussion zum Arabischen Frühling in der Medizinischen Fakultät. Wir zeigten den Dokumentarfilm „El banate dol – These Girls“ (2006) von der ägyptischen Regisseurin Tahani Rached. In dem sehr bewegenden Film ging es um das Leben einer Gruppe junger Mädchen, die auf den Straßen Kairos mit Problemen wie Prostitution und Drogenmissbrauch konfrontiert werden.
Anschließend kamen unsere geladenen Gäste, der ägyptische Blogger Maikel Nabil Sanad und sein jüngerer Bruder Mark, zu Wort. Maikel Sanad wurde im Januar 2012 im Zuge einer Generalamnestie aus der Haft entlassen, nachdem er im April vorigen Jahres von einem Militärgericht zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war – wegen „der Verbreitung von Lügen und Gerüchten über die Streitkräfte“. Der Grund waren auf seinem Blog und auf Facebook veröffentlichte Texte, in denen er sich mit der Rolle der Armee während der Revolution in Ägypten und der Macht des Obersten Militärrats kritisch auseinandersetzte.

Als Kriegsdienstverweigerer, Pazifist, Feminist und Atheist hatte er sowieso einen schweren Stand in seinem Heimatland und bleibt deshalb auch zunächst in Deutschland. Auf die vielen Fragen der Besucher hin, die zur Podiumsdiskussion gekommen waren, schilderten er und sein Bruder unter anderem, wie das Militärgericht zum Prozess weder einen Anwalt noch Zeugen zuließ. Maikel ging aber auch darauf ein, welche Bedeutung die Unterstützung durch einzelne Personen und Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International für ihn hatten.

Unsere Delegierte auf der Amnesty-Jahresversammlung

Währenddessen, nämlich am selben Pfingstwochenende, nahm Karin als Delegierte unserer Gruppe an der Jahresversammlung von Amnesty International in Neu-Ulm teil. Dort sprach auch Maikel vor den über 500 anwesenden Mitgliedern der deutschen Sektion und bedankte sich für ihre Unterstützung. Die Teilnehmer der Jahresversammlung diskutierten die eingebrachten Anträge zu aktuellen Entscheidungen und den Schwerpunktthemen der nächsten Jahre. Außerdem machten sie in zwei öffentlichen Aktionen nicht nur auf die Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan, sondern auch auf den weltweiten Rüstungshandel und damit auf die Verhandlungen über den ATT aufmerksam.

Campusfest – Party und Menschenrechte

Diesem Thema widmete sich auch unsere Filmvorführung auf dem Campusfest am 6. Juni. Die Dokumentation „Waffenhandel – ein Bombengeschäft“ schilderte eindrucksvoll die Arbeit von freiwilligen NGO-Mitarbeitern, die die Geschäfte von Waffenhändlern aufdecken. Dabei geht es vor allem um die Gebiete, in welchen die Menschenrechte durch Waffengewalt verletzt werden und das Rechtssystem der Kriminalität macht- oder willenlos gegenübersteht. Auch der „Arms Trade Treaty“ (ATT) wurde thematisiert und wir sammelten Unterschriften zu seiner Unterstützung. Trotz der vielen anderen Veranstaltungen auf dem Campusfest sind zahlreiche Interessierte zur Filmvorführung gegangen, was uns natürlich sehr gefreut hat.

Menschenrechte auch beim Badewannenrennen verteidigt

Sportlich zeigten sich die Leipziger Amnesty-Gruppen beim alljährlichen Badewannenrennen am Völkerschlachtsdenkmal, wo wir im Hindernisrennen sogar den ersten Platz für uns behaupten konnten. Dafür bauten einige Freiwillige ein kleines Boot samt Mast und Amnesty-Fahne, auf dem vier Leute Platz hatten. Die Besatzung stellte sich schließlich aus Wagemutigen der Jugend-, Hochschul- und Stadtgruppe zusammen. Um die Veranstaltung gleich doppelt für uns zu nutzen, waren wir außerdem mit einem Stand vor dem Völki vertreten.

Zusammenarbeit für den Amnesty-Einzelfall der Dogria Kondh

Schließlich endete das Semester mit einer letzten Filmvorführung und einem Vortrag über das indigene indische Volk der Dongria Kondh im Plagwitzer „Raum der Kulturen“. Wir organisierten sie gemeinsam mit der Amnesty-Jugendgruppe Leipzig, weil sie die Dongria Kondh als Einzelfall betreuen. In seiner Dokumentation „The Forest Speaks“ stellt Surya Shankar Dash dar, wie das kleine Volk verzweifelt gegen die Zerstörung des Waldes auf den ihm heiligen Bergen und somit gegen die Vernichtung seiner Lebensgrundlage ankämpft. Besonders der Rohstoffkonzern Vedanta trägt mit seiner Suche nach Bauxitvorkommen und dem Betrieb einer Raffinerie dazu bei, dass die Ureinwohner des Waldes einer ständigen Verschmutzung durch toxische Abfälle ausgesetzt sind. Gegen die Interessen der Industrie versuchen die Ureinwohner vergeblich, ihren traditionellen Rechten ein Gehör zu verschaffen. Ein besonderer Dank geht an den Referenten Michael Gottlob, der die Koordinationsgruppe Indien der deutschen Amnesty-Sektion leitet. Er erzählte engagiert von seinen Erfahrungen, die er auch vor Ort gesammelt hatte und ordnete die komplexen Verstrickungen rund um den Fall der Dongria Kondh für das Publikum ein.

Das war's – das kommt

Insgesamt können wir auf ein erfolgreiches Semester zurückblicken und wir hoffen natürlich, dass auch die Veranstaltungen auch euch, unseren Besuchern gefallen haben. Aber wer denkt, dass wir uns nun faul zurücklehnen, der irrt sich. Denn auch während der vorlesungsfreien Zeit bereiten wir schon ganz entspannt unsere nächsten Veranstaltungen vor. So wird es schon im Oktober neben einigen Infoständen für die Studienanfänger (und für interessierte „ältere Semester“) eine Aktion zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe geben. Für den gleichen Monat planen wir gemeinsam mit einigen engagierten Studierenden Vorführungen der Asyl-Monologe mit anschließenden offenen Diskussionen und hoffen, diese Idee auch in Schulen umsetzen zu können.
Zahlreiche weitere Infos findet ihr übrigens auch auf unserer Facebook-Seite, die mittlerweile schon deutlich über 100 Fans zählen kann. Dort halten wir euch natürlich über anstehende Veranstaltungen auf dem Laufenden! Wie immer seid ihr herzlich eingeladen uns zu kontaktieren, an Projekten mitzuwirken und euch unserer Hochschulgruppe anzuschließen!